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Das E-Mail Interview mit Nadja Losbohm

Interview mit Nadja Losbohm
oder Nadja steht rede und Antwort

 

 

Liebe Bücherfreunde,

ich freue mich, euch Heute, ein ganz besonderes Interview zum Lesen zur Verfügung stellen zu dürfen. Das E-Mail Interview mit Nadja Losbohm. Als ich die antworten von Nadja zurückbekam war ich voller Freude. Ich bin überaus glücklich und dankbar darüber. Habt Viel Spaß beim Lesen und genießt dieses Vergnügen.

Ich möchte mich hier deshalb noch einmal recht herzlich bei Nadja Losbohm bedanken, für das Buch, das ich Rezensieren durfte, für die lieben Worte, die sie mir immer wieder zukommen ließ und für dieses tolle Interview.

Aber nun lest selbst …

 

 

Was magst du gerne:
Ich lese und schreibe gern oder gehe auch gern spazieren. Café-Besuche sind auch toll.

 

Was magst du nicht bzw. woran hast du keinerlei Interesse:

Ich bin definitiv keine Club-Gängerin. Daran habe ich so gar kein Interesse, noch nie gehabt. J

 

Bisherige Veröffentlichungen und Verlage:

Im Kleinverlag erschienen: „Alaspis – Die Suche nach der Ewigkeit“ (wird nicht mehr verlegt)

Im Selfpublishing erschienen:

„Die Jägerin“ (Bände 1-5) – Fantasy-Romance

„The Huntress – The Beginnings“ – Englische Ausgabe von „Die Jägerin – Die Anfänge“

„Hamster Stopfdichvoll & seine Freunde“ – Kinderbuch

„Die Magie der Bücher“ – Märchen

„Die Tagebücher des Michael Iain Ryan (Band 1)“ – historische Fantasy

 

Stellen Sie sich doch bitte kurz den Lesern selbst vor:

Mein Name ist Nadja. Ich bin 35 Jahre alt, lebe und schreibe in Berlin Geschichten für jedes Alter. Ob Märchen, romantische Liebesgeschichte oder schonungslose historische Fantasy – in diesen Genres fühle ich mich zuhause.

 

Wie sind Sie zum schreiben gekommen?

Ich habe mich von Kindheitsbeinen an für Kreatives interessiert. Meine Eltern haben beide früher gern und viel gemalt. Es gab eine Zeit, da habe ich das auch sehr gerne gemacht, bis ich die Arbeiten eines Künstlers/ Schauspielers kennenlernte, der sich nicht auf eine Form der Kunst festlegte, sondern sehr viele verschiedene Dinge machte: Malen, Zeichnen, Fotografieren, Musik, Schreiben, Schauspielerei. Das hat in mir den Wunsch ausgelöst, etwas Neues auszuprobieren, nämlich selbst eine Geschichte zu verfassen. So fing es mit dem Schreiben von „Alaspis“ an, was mittlerweile bereits sechzehn Jahre her ist.

 

Warum schreiben Sie ausgerechnet über Vampire, Priester und Monster?

Eine gute Frage, die ich so gar nicht genau beantworten kann. Es ist so, dass ich meine Geschichten und die Figuren darin nicht konkret suche. Ich sitze nicht da und überlege mir, welches Lebewesen in meiner nächsten Geschichte vorkommen soll. Sie treten einfach so in mein Leben. Aber ich denke, das sind genau die richtigen Stories, wenn sie ganz natürlich entstehen.

 

Wie kamen Sie auf die Idee zu einem Kinderbuch?

Die erste Kurzgeschichte, die ich für „Hamster Stopfdichvoll & seine Freunde“ schrieb, entstand da heraus, dass eine frühere Klassenkameradin von mir viel zu kämpfen hatte mit Hänseleien und Mobbing wegen Übergewichts. Es hat mir wehgetan zu erleben, wie hässlich sich die Menschen benehmen können und das nur, weil jemand nicht so ist, wie er sein sollte ihrer Meinung nach. So entstand die Geschichte „Der tapfere Marienkäfer“, in der es eben darum geht: ein Abweichen von der vermeintlichen Norm. Dadurch entstand der Wunsch in mir, ein Kinderbuch zu schreiben, in dem die Werte vermittelt werden, die mir persönlich am Herzen liegen – Toleranz, Respekt, Freundschaft, Mut -, an denen es  oftmals in der heutigen Gesellschaft traurigerweise fehlt.

 

Haben Sie auch Interesse daran mit anderen (Neu)Autoren zusammen zu schreiben?

Auf jeden Fall und in der Tat durfte ich gerade erst an einem Gemeinschaftsprojekt mitwirken, einer Fantasy-Anthologie, bei der zahlreiche bekannte und unbekannte Autorinnen und Autoren vertreten sind.

 

Wie sieht ihre Schreibecke, in der Sie schreiben, aus? Wo schreiben Sie am liebsten?

Eine Schreibecke in der Form habe ich gar nicht. Meistens und auch am liebsten sitze ich auf dem Sofa und kritzele auf Papier herum. Wenn ich ein Kapitel fertig habe, wird es abgetippt. Im Sommer kann ich dann hoffentlich wieder auf dem Balkon sitzen und schreiben.

 

Wenn Sie nicht gerade an einem Buch schreiben, was machen Sie dann am liebsten in ihrer Freizeit?

Lesen.  Oder ich schaue auch gern meine Lieblingsserie auf DVD in der Dauerschleife an. J

 

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder eine Lieblingsserie?

Meine Lieblingsserie ist „The Vampire Diaries“, danach folgt „Game of Thrones“. Der Lieblingsfilm ist schwierig. Ich habe aber vor kurzem öfter mal „Dracula Untold“ gesehen. Ich mochte den Film sehr, obwohl er ja nicht so gute Kritiken erhalten hat.

 

Gibt es ein Sprichwort, das Sie durch ihr Leben begleitet, oder einen Leitsatz, an den Sie sich versuchen immer zu halten:

Ich versuche mich hieran zu halten: Niemals aufgeben! Es fällt mir oft selbst sehr schwer, mich daran zu erinnern, danach zu leben. Besonders im letzten Jahr fiel es mir schwer.

 

Verreisen Sie gerne und wenn ja wohin und warum genau an diesen Ort?

Ich verreise sehr gern, am liebsten nach Großbritannien. Schon seit meiner Jugend fühle ich mich diesem Land irgendwie verbunden, habe mich immer wohlgefühlt dort. Ich mag die Sprache, die Menschen, die Landschaften, die verfallenen Ruinen von Schlössern, Burgen und Klöstern und die bekannten Legenden rund um König Artus und Robin Hood.

 

Wie lange schreiben Sie durchschnittlich an einem Buch/Roman?

Das ist sehr unterschiedlich. Mein erstes Buch hat zehn Jahre gebraucht, bis es endlich fertig war. Wieso? Nach der Hälfte war ich an einen Punkt gekommen, wo ich nicht mehr weiterkam. Also habe ich es erstmal weggepackt. Erst Jahre später habe ich es wiederentdeckt und schrieb weiter. Aber dann kam ich zum Ende der Geschichte und hatte die Charaktere so lieb gewonnen, dass ich nicht von ihnen Abschied nehmen wollte, aber wenn eine Geschichte erzählt ist, dann muss man das. Ich legte das Manuskript also wieder weg, bis zu dem Tag, an dem es mir wieder in die Finger kam und ich sagte: „Okay, jetzt musst du es wirklich mal zu Ende bringen.“ Der erste Teil von „Die Jägerin“ hat nur sechs Wochen gedauert, bis er fertig war, und „Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“ brauchte u.a. aufgrund des Rechercheaufwands zwei Jahre. Bei manchen Büchern flutscht es einfach nur so, andere brauchen viel, viel Zeit.

 

Darf man Sie dabei dann unterbrechen oder benötigen Sie absolute Ruhe und verkriechen sich tagelang?

Beim Schreiben selbst brauche ich absolute Ruhe. Instrumentalmusik zur Inspiration nebenbei geht, aber Gespräche über dies und das bringen mich durcheinander. In einem Café zu schreiben oder in einem Park, wie andere Autoren es vielleicht tun, ist nichts für mich. Als ich „Die Jägerin“ schrieb, arbeitete ich wie besessen an ihr. Da habe ich mich wirklich abgekapselt, und Familie und Freunde mussten sehr zurückstecken. Heute ist das nicht mehr so. Ich bin wesentlich entspannter geworden, was das angeht.

 

Haben Sie ihr Buch bzw. ihre Bücher jemandem gewidmet und wenn ja, wer ist diese Person und warum ausgerechnet ihr?

Es gibt mehrere Widmungen in meinen Büchern. Den dritten Teil von „Die Jägerin“ habe ich meiner Mutter gewidmet. Wenn ich ein Buch schreibe, steht der Titel nicht zuerst fest. Er kommt meistens zum Schluss. Bei diesem Buch war es mir sehr schwer gefallen, einen passenden Titel zu finden, und sie hat mir dabei geholfen. Außerdem ist meine Mutter stets die Erste, die meine Geschichten zu lesen bekommt. Den fünften Band von „Die Jägerin“ habe ich allen Jägerinnen dieser Welt gewidmet, die jede auf ihre Weise ihre persönlichen Schlachten schlagen müssen. Viele Leserinnen können sich mit der Jägerin Ada identifizieren, immer aus einem anderen Grund.

Sie können gewisse Dinge nachempfinden und verstehen. Ada muss Kämpfe ausfechten sowohl gegen Monster und Vampire als auch gegen ihre inneren Dämonen. Ihre Leserinnen, und auch ich, wir kämpfen auch jeden Tag und lassen uns nicht unterkriegen – ganz wie die Jägerin. Eine weitere Widmung gibt es in „Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“.

Dieses Buch ist etwas sehr Besonderes, nicht nur weil es Buch Nr. 10 aus meiner Feder ist, sondern oder gerade weil es mein „Überlebensbuch“ ist, das ich in der schwierigsten Zeit meines Lebens geschrieben habe. Ich habe mich damals sehr allein gelassen gefühlt und eigentlich war es auch so, dass mir nicht wirklich jemand helfen konnte. Rückblickend weiß ich nicht mehr, wie genau ich diese Zeit überstanden habe. Ich weiß, es gibt viele Menschen, die auch das nachempfinden können. Daher ist Michaels Tagebuch ihnen gewidmet: „Für dich. Der, du kämpfen musst. Wisse, du bist nicht allein.“

 

Gibt es einen Charakter in Ihrem Buch, zu dem Sie eine besondere Bindung haben bzw. der Ihnen besonders nahesteht?

Ich glaube, dass ich eine besondere Bindung zu Ada und Michael aus „Die Jägerin“ und „Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“ habe. In Ada steckt viel von mir drin. Wer mich kennt, bemerkt das beim Lesen und damit meine ich nicht nur die Abneigung gegenüber Rosenkohl, den wir beide teilen. Igitt! J Mit Michael teile ich meine Melancholie und Ängste und noch mehr.

 

Warum schreiben Sie im Fantasy-Genre? Spielen Sie mit dem Gedanken, eventuell auch mal etwas anderes zu schreiben?

Ich bin mit Märchen aufgewachsen. Mein Lieblingsfilm als Kind war „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Es war wohl nur natürlich, dass auch ich in dem Genre schreibe. Außerdem bin ich tief in meinem Herzen Kind geblieben und ich finde, heutzutage sind zauberhafte Geschichten, phantastische Stories wichtiger denn je. Ich möchte die Menschen zum Träumen bringen, ihnen eine Fluchtmöglichkeit bieten von der Wirklichkeit und weg vom Alltag. Wenn mir ein Leser sagt, er konnte die Welten, die in meinen Geschichten beschrieben sind, lebhaft vor sich sehen, ist das eines der schönsten Komplimente, die es gibt. Einen Wechsel zu einem anderen Genre wie etwa Krimi oder Thriller kann ich mir nicht vorstellen. Davon haben wir doch in der Realität wahrlich genug.

 

Was halten Sie von E-Büchern und Hörspielen? Ist vielleicht schon im Gespräch Ihr Buch als Hörspiel zur Verfügung zu stellen?

Ich mag Ebooks. Ich lese selbst hin und wieder eines, bevorzuge aber Taschenbücher. Das Lesegefühl ist einfach ein anderes. An Hörbücher habe ich mich bisher nicht herangetraut. Ich befürchte, ich würde beim Hören einschlafen. Da lese ich doch lieber selbst. J Ein Hörbuch zu einem meiner Bücher ist bisher nicht geplant. Es gibt eine Idee zu einem Lesungsvideo für eine Kurzgeschichte. Aber das ist wirklich noch Zukunftsmusik, über die ich lieber nicht so viel spekulieren will.

 

Wenn Sie ein Tier oder Fantasy-Wesen sein könnten, welches wäre das und warum?

Ich glaube, ich wäre am liebsten eine Hexe. Wie Hermine. J Das würde den Haushalt einfacher machen. 😉

 

Welche Art von Musik hören Sie am liebsten?

Ich mag sehr gern Alternative Rock. Meine Lieblingsband ist „30 Seconds To Mars“. Mir gefallen auch viele Songs von „Evanescence“. Was instrumentale Musik angeht, gefällt mir einiges von Lindsey Stirling.

 

Könnten Sie sich vorstellen, nur noch für das Schreiben alleine zu leben?

Vorstellen kann ich es mir durchaus, allerdings ist es kaum bis gar nicht umsetzbar. Die Rechnungen müssen schließlich bezahlt werden. Vom Schreiben leben können – ein Traum. Das wäre wirklich toll. Aber bisher hat es nicht geklappt. Vielleicht eines Tages.

 

Welche Szenen fallen Ihnen beim Schreiben besonders schwer?

Als ich „Die Jägerin“ schrieb, sind mir einige Kampfszenen schwergefallen. Ich mag lieber die emotionalen Szenen. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Da fällt mir so etwas leichter als Gemetzel und Gemeuchel.

 

Was möchten Sie im Bezug auf das Schreiben von Büchern in den nächsten 1-2 Jahren noch erreichen?

In erster Linie möchte ich endlich, endlich, ENDLICH den sechsten Teil von „Die Jägerin“ beenden. Ein paar Kapitel habe ich schon fertig, aber es fehlt noch sehr viel. Auch den zweiten Teil von Michaels Tagebüchern möchte ich weiterschreiben und auf den Weg bringen. Alles andere, wie Träume bei meinem Lieblingsverlag unter Vertrag zu kommen – nun ja, das wäre natürlich das Tüpfelchen auf dem i.

 

Gibt es etwas, das Sie noch verbessern oder weiterhin erlernen möchten im Bezug auf das Schreiben?

Ich würde gern verbessern, dass ich von meinen Lieblingswörtern wegkomme. Jeder Autor hat Wörter, die er besonders häufig verwendet. Das ist bei mir nicht anders. 😉 Die Disziplin, die man braucht, um beim Schreiben wirklich voranzukommen, ist auch etwas, was ich erlernen möchte.

 

Wie fühlt es sich an, plötzlich Autor zu sein?

Eigentlich mag ich diese Bezeichnung nicht so. Ich finde es immer noch befremdlich, wenn jemand sagt: „Die Autorin Nadja Losbohm.“ Ich bin Nadja. Punkt. Aus. Alles andere klingt irgendwie hochtrabend. Ansonsten macht es mir einfach nur Spaß, Geschichten zu schreiben, mit Wörtern Bilder zu malen und hoffentlich anderen Menschen Freude damit zu bereiten.

 

 

 

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